In dieser Prusa Story gehen wir an die Grenze des Weltraums und bleiben gleichzeitig in unserer Nachbarschaft ­čÖé Wie ist das m├Âglich? Nun, wir haben das Prager Planetarium besucht, das nur wenige Gehminuten von der Prusa-Fabrik entfernt liegt.

 

Im Keller stehen vier Original Prusa 3D-Drucker, mit denen sie haupts├Ąchlich verschiedene interessante Gegenst├Ąnde f├╝r ihre Ausstellungen herstellen. Sie drucken alle m├Âglichen kleinen Artefakte, wie Raumschiffmodelle oder Astronautenhelme. Es gibt aber auch zwei epische, lebensgro├če Projekte, die von Grund auf neu gebaut wurden.

Eines davon ist die legend├Ąre Mondlandef├Ąhre Eagle, das Gef├Ąhrt der ersten menschlichen Landung auf dem Mond. Urspr├╝nglich nur als tempor├Ąres Exponat gedacht, steht es nun schon seit mehr als zwei Jahren stolz vor dem Planetariumsgeb├Ąude. Es hat dem Wetter, neugierigen Besuchern und auch ├ťberf├Ąllen von Elstern getrotzt, die die gl├Ąnzende Aluminiumfolie und andere von der Oberfl├Ąche des Moduls abgepickte Teile nutzen, um ihre kosmischen Nester im umliegenden Park zu bauen.

Das andere, k├╝rzlich fertig gestellte Projekt ist das Herzst├╝ck des Planetariums: der vordere Teil des Atlantis Space Shuttle.

Beide Raumfahrzeuge verf├╝gen ├╝ber voll ausgestattete Cockpits, die f├╝r die ├ľffentlichkeit zug├Ąnglich sind. Dabei wurden zu einem gro├čen Teil 3D-gedruckte Teile verwendet – im Innenraum befinden sich gedruckte Steuerungspaneele, Kn├Âpfe, Hebel und andere Cockpitausstattungen.

Manchmal wird der 3D-Druck mit anderen Verfahren kombiniert. So werden beispielsweise Bedienfelder und Zifferbl├Ątter als zweifarbiges (oder transparent-opakes) Sandwich gedruckt und die Beschriftungen dann maschinell eingraviert.

An der Au├čenseite des Eagle befinden sich die charakteristischen Schubd├╝sen-Kegel aus PLA.

├ťberraschenderweise erwies sich das Material sogar f├╝r den Au├čeneinsatz als einigerma├čen geeignet. Die Triebwerke verformen sich mit der Zeit ein wenig und m├╝ssen manchmal ersetzt werden, aber die Langlebigkeit ist viel besser als erwartet.

Auf der Oberfl├Ąche des Atlantis-Rumpfes befinden sich mehrere Triebwerks├Âffnungen. F├╝r solch eigenartige gekr├╝mmte Formen ist die 3D-Drucktechnologie un├╝bertroffen. Herr Brodil, der f├╝r diese Projekte verantwortliche Modellierer, erkl├Ąrt:

Alles andere kann mit altmodischeren Modellierungsmethoden hergestellt werden. Aber diese Formen sind so spezifisch, dass der 3D-Druck im Grunde die einzige praktikable Option ist. Sie aus Blech oder was auch immer zu biegen, w├╝rde Monate dauern und wahrscheinlich sowieso nur ein unzureichendes Ergebnis liefern.“

Neben den Ausstellungszwecken helfen die 3D-Drucker auch bei praktischen Dingen: von ├╝blichen Kleinigkeiten, wie Verl├Ąngerungskabelhalterungen, bis hin zu einem ziemlich beeindruckenden modularen Serverschrank. 3D-Druck ist hier einfach allgegenw├Ąrtig. Da er oft als Raumfahrttechnologie betrachtet wird, wo sonst sollte er besser hinpassen?

F├╝r die J├╝ngeren unter uns mag der 3D-Druck als etwas v├Âllig Normales erscheinen. Einige von uns ziehen es jedoch vor, sich einen gesunden Sinn f├╝r Wunder zu bewahren. Herr Brodil, als Science-Fiction-Veteran, sagt scherzhaft:┬á Wissen Sie, dass das im Grunde wie der Replikator ist? F├╝r mich ist das die Ankunft von Star Trek. Und ich h├Ątte mir nie vorstellen k├Ânnen, dass das eines Tages m├Âglich sein w├╝rde.“

Webseite: planetum.cz